Digital Health

Digitale Unterstützung beim Fasten

Auch dieses Jahr war der Karneval nicht so, wie man ihn kannte. Der heutige Aschermittwoch, der Beginn der Fastenzeit, wird trotzdem von vielen Menschen genutzt, um wie vor Pandemiezeiten im eigenen Leben auf unterschiedlichste Dinge zu verzichten. Grund genug für //next Kolumnist Markus Sekulla, sich auf eine kleine Reise in die Welt des Fastens zu begeben.

Photo by Jana Sabeth on Unsplash

Das Wort Fasten hat in meinem Kopf keine positive Konnotation. Das klingt so nach Verzicht und das mag ja eigentlich niemand. Aus religiösen Gründen sind Fastenzeiten vielleicht noch nachvollziehbar, aber einfach so, ohne Hintergrund?

Aber: Fastenprogramme liegen voll im Trend - nicht nur zum Abnehmen und Entgiften, und längst nicht mehr beschränkt auf die 40 Tage nach dem Aschermittwoch. Das zeigt nicht nur ein Blick in Mediatheken oder Gesundheitskanäle bei YouTube. Was für einige heißt, aus Gründen der Selbstdisziplin bis Ostern auf Chips, Schokolade und Alkohol zu verzichten, wird von anderen als eine Art Universalwaffe für die eigene Gesundheit gesehen. 


Der Fasten-Hype

Die beiden bekanntesten Formen des Fastens sind wohl das Heilfasten (für einen längeren Zeitraum überhaupt keine feste Nahrung zu sich nehmen) und das Intervall-Fasten (jeden Tag nur in einem so genannten „Essfenster“ (meistens acht Stunden) Nahrung zu sich zu nehmen).

Ich bin kein Profi-Faster. Mein Wissen zu dem Thema speist sich aus eigenen Erfahrungen und Internetfolklore. Eines weiß ich jedoch genau: Fasten ist nicht einfach. Wenn man unter Familie und Freunden keine Mitstreiter:innen findet, gibt es eine Reihe von Websites und Apps, die gute Resultate versprechen.

Es gibt hunderte Fasten-Apps von denen Fastic, Bodyfast und Zero Fasting zu den bekanntesten gehören. Unterschiedliche Features wie Wissensdatenbanken, Ernährungspläne, Coaching oder SOS-Hilfe versuchen die Zeit bis zum nächsten Essen erträglicher zu gestalten. Als Premium Version liegen die meisten Apps im Bereich von 60 bis 100 Euro pro Jahr. Bei einigen Apps, zum Beispiel Fastic, können die Funktionen schon einmal in der Free Version getestet werden, bevor man ein Abo bucht.

Ich persönlich betreibe Intervallfasten jetzt seit einigen Jahren und nutze keine App dazu, habe aber eine Person im Haushalt, die mir seelische Unterstützung bietet, wenn der Magen knurrt und es noch zwei Stunden bis zum Öffnen des Essensfensters sind. Mein Lifehack ist ganz simpel: Ich nutze die Timerfunktion meines Smartphones. Nach dem Abendessen stelle ich den Wecker direkt auf 16 Stunden und kann so die Zeit auf meinem Homebildschirm verfolgen. Wenn es morgens klingelt, wird das mit einem kleinen Tänzchen in der Küche gefeiert und in der Anfangszeit ist mir manchmal auch ein Woo Hoo rausgerutscht. Doch es wird einfacher und die 16 Stunden sind nur noch ganz selten ein Problem.

Kommen wir auf das Verzichten nach Aschermittwoch zurück: Oft steht die Frage im Raum, ob Fasten wirklich etwas bringt, wenn nach den 40 Tagen wieder genauso weitergemacht wird wie vorher? Fachleute sehen meist einen reinigenden Effekt im Körper. Doch betrachtet man den Effekt in einem holistischen Zusammenhang, dann ist auch nach 40 Tagen der Effekt auf unsere Gedanken immens. Man spricht davon, dass der Mensch 21 Tage braucht, um sich Gewohnheiten an- oder abzugewöhnen (neuere Studien sprechen leider eher von 60 Tagen). Es ist also durchaus möglich, dass der positive Erkenntnisgewinn in den 40 Tagen Fastenzeit auch über Ostern weiter anhält. Spürt man eine verbesserte Gesundheit, etwa durch weniger Fleischkonsum, dann muss man ja nach dem Ende der Fastenzeit gar nicht wieder damit anfangen. Ein gesünderes Maß reicht oft schon, um die Gesundheit insgesamt zu verbessern. 

Fazit

Letztlich ist es wie mit vielen Dingen: Fasten ist schwierig. Vor allem, wenn man es als Verzicht wahrnimmt. Schafft man es jedoch, das Thema  im Kopf positiv zu belegen und sieht die körperlichen und geistigen Vorteile, dann kann das Fasten in seinen zahlreichen Varianten eine gute Ergänzung zum gesunden Leben sein. Mit Hilfe von Mitstreiter:innen oder technischen Hilfen wie Apps, ist die Erfahrung gerade am Anfang meist weniger schlimm.

Text: Markus Sekulla

Hörempfehlung

Wer sich für die tägliche Fastenform interessiert, kann sich beim Podcast von Andrew Huberman, Professor of Neurobiology at Stanford School of Medicine tief in das Thema reinhören:

https://open.spotify.com/episode/2ZdOl4cO0F2fsPjssJagbj?si=806e618981aa4b5b

Weitere Lesetipps zum Thema Fasten

NDR – Fasten: Welche Vor- und Nachteile gibt es?

https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Fasten-Welche-Vor-und-Nachteile-gibt-es,fasten262.html

Geo Magazin - Verzichten heilt: Warum Fasten so gesund ist

https://www.geo.de/magazine/geo-magazin/273-rtkl-ernaehrung-verzichten-heilt-warum-fasten-so-gesund-ist

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https://www.blog-ergo.de/digital-detox-tipps/

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