New Mobility

New Mobility: Bei ERGO hat die Zukunft bereits begonnen

Die Mobilitätswelt befindet sich in radikalem Wandel – darauf müssen sich auch Versicherer einstellen. Bereits 2017 hat ERGO daher einen Bereich gegründet, der die Chancen dieses Umbruchs zu nutzen versteht: ERGO Mobility Solutions. Hierfür setzen das 25-köpfige Kern-Team sowie zusätzlich etwa 75 Kollegen in Nürnberg und China um Vorstand Karsten Crede auf einen breiten Mix aus Kooperationen, Investitionen, innovativen Produkten und vor allem: auf geballte Technologie und IT-Kompetenz. 

Schnelle Autos auf Autobahn

Der Pkw hat einen Verbrennungsmotor? Er wird bar gekauft oder finanziert, gründlich versichert und dann viele Jahre vom selben Personenkreis gefahren? Das wandelt sich! Immer mehr Autos fahren elektrisch, unterstützt von immer intelligenter werdenden Assistenzsystemen, und ein wachsender Prozentsatz von ihnen wird geleast und sogar im Rahmen von Sharing-Angeboten genutzt. Entsprechend dürfte der Anteil an Fahrten, die im eigenen Fahrzeug stattfinden, laut McKinsey von aktuell 82 auf 59 Prozent im Jahr 2035 zurückgehen. Hinzu kommt: Bereits heute entfallen zwei von drei Neuzulassungen im deutschen Markt auf Firmenkunden. 

Verändertes Mobilitätsverhalten …

Das durchschnittliche Alter der Neuwagenkäufer steigt seit Jahren– und das liegt nicht nur an mangelnder Kaufkraft oder steigenden Fahrzeugpreisen: „Für junge Fahrer zählen Alter, Image, Design und Leistungswerte ihrer Fahrzeuge immer weniger – sofern der Nachwuchs den Besitz eines eigenen Autos überhaupt noch erstrebenswert findet“, schreibt Karsten Crede hierzu auf LinkedIn

Was für diese Zielgruppe stattdessen zähle, seien die Gesamtkosten ihrer nächsten Reise, die so genannte „Total Cost of Mobility“ (TCM). Und zwar unabhängig vom Verkehrsträger – und von einem eigenen Fahrzeug sowieso. „Der Pkw als absoluter Solitär individueller Mobilität verliert somit immer weiter an Bedeutung“, bringt es Crede auf den Punkt. Im Mobilitätssektor erfordere dies „ein Umdenken auf breiter Front“: Vernetzte und individualisierte Mobilitäts- und Kommunikationsdienstleistungen würden die eigentlichen Treiber für Wachstum.

... erfordert innovativen Versicherungsschutz ...

Auch die Versicherungswirtschaft muss sich anpassen, denn deren Kernprodukt für Pkw – die klassische Autoversicherung – ist für dieses veränderte Nutzungsverhalten nicht mehr die optimale Lösung – und dürfte durch technologische Fortschritte wie verbesserte Assistenzsysteme oder das autonome Fahren weiter an Volumen verlieren.

„Darum arbeiten wir bereits heute an den Produkten und Services für Morgen“, sagt Karsten Crede und nennt ein Beispiel: „Nehmen wir etwa die hohe TCM im Bereich der Elektromobilität, die den breiten Durchbruch von Elektroautos immer noch erschwert: Die Fahrzeuge sind teuer, die Batterien sind teuer und auch der Versicherungsschutz ist vergleichsweise teuer. Für ERGO liegt darin eine große Chance: Wir gehen gemeinsam mit Autoherstellern frühzeitig in den Entwicklungsprozess und entwickeln gemeinsam Ideen, wie sich solche Fahrzeuge künftig intelligent und vor allem günstig versichern lassen. Indem wir uns als Versicherer mit den Prozessen in der Automobilindustrie befassen und Ingenieurswissen aufbauen, helfen wir, die TCM für Elektromobilität zu senken und diese Technologie zu fördern – auch zum Wohle der Umwelt.“ 

… und branchenübergreifende Bündnisse

Kooperationen zwischen dem Mobilitätssektor und Versicherern nehmen also direkten Einfluss auf die Gesamtkosten von Reisen – und zwar verkehrsträgerübergreifend. Um dieses Spar- und Innovationspotenzial zu heben, strebt ERGO Mobility Solutions nach „Partnerschaften auf Augenhöhe“ quer durch die Mobilitätsindustrie – zusätzlich zu klassischen Autobauern, -händlern und -verleihern also auch mit innovativen Start-ups oder Car-Pools. Die Erfolge seit Ende 2016 können sich sehen lassen, wie die folgenden Beispiele zeigen:

BMW: Seit Juli 2020 stellt ERGO den Versicherungsbaustein im Leasingpaket der Münchener. Neben diesem – eher klassischen – Geschäft mit Kfz-Policen haben beide Anbieter eine Entwicklungs- und Innovationspartnerschaft vereinbart, bei der sie vor allem gemeinsame Produkt- und Service-Innovationen vorantreiben. Ein Beispiel hierfür ist die Entwicklung der Race-Track-Versicherung – ein ergänzender Schutz auf Rennstrecken wie dem Nürburgring, der sich direkt im Auto online abschließen lässt.

Great Wall Motors: Im Schulterschluss mit diesem Autohersteller, der übrigens zu den innovativsten im Reich der Mitte zählt mit einem (Vor-Pandemie-)Jahresabsatz von mehr als einer Million Pkw, baut ERGO ein Joint-Venture für technologie- und datengetriebene Produkt- und Servicelösungen im Ökosystem Mobilität auf. Natürlich bieten die Düsseldorfer ihrem neuen Partner auch Produkte an – Industrieversicherungen für seine Fabriken etwa oder Gewerbepolicen für seine Händler und Privatversicherungen für seine 70.000-köpfige Belegschaft.

NRW-Garage: Speziell für die Anforderungen dieser Autohausgruppe hat ERGO Mobility Solutions eine IT-Plattform entwickelt, über die Neuwagenkunden passgenau, günstig und schnell Autoversicherungsangebote erhalten. „Mit unserem Partner ERGO arbeiten wir fortlaufend an der Entwicklung intelligenter Mobilitätsdienstleistungen und Servicekomponenten für die vielfältigen Bedarfe unserer Kunden“, so Christoph Pauli, Chef der NRW-Garage.

Volvo: Auch mit dem schwedischen Autobauer hat ERGO Mobility Solutions eine strategische Partnerschaft zur Entwicklung innovativer Mobilitätsdienstleistungen geschlossen. ERGO ist Versicherungspartner von Volvos hauseigenem Auto-Abo-Angebot „Care by Volvo“. „Abo-Modellen wird perspektivisch ein Marktanteil von 40 Prozent prognostiziert. Umso wichtiger ist es, dass wir uns hier frühzeitig im Markt positionieren und wertvolle Erfahrungen sammeln“, so Karsten Crede. Mit dem innovativem gemeinsamen Produkt „Volvo Car Protection“ lassen sich zudem Auslandsreisen, Mietwagen, Gepäck oder auch Drittfahrer eines Fahrzeugs innerhalb von wenigen Minuten absichern – und das nicht nur von Volvo-Kunden. Im Herbst 2019 gab es hierfür sogar den begehrten „Red Dot Award“.

Text: Ingo Schenk