New Mobility

Norwegen lässt erstmals mehr
E-Autos als Verbrenner zu

Wenn er an Norwegen denkt, kommen //next-Kolumnist Markus Sekulla sofort schöne Bilder in den Sinn. Fjorde und die Hurtigruten zum Beispiel. Pullis, Elche oder Nordlichter wären auch vorne mit dabei. Indes: In den vergangenen Jahren hat sich das Land im hohen Norden auch in der im Zuge des Klimawandels thematisierten Verkehrswende einen Namen gemacht. Doch was macht Norwegen anders als Deutschland? 

Car on road in Norway

Am 5. Januar hat der Informationsrat für Straßenverkehr in Oslo die Zulassungszahlen für 2020 veröffentlicht. 54,3 Prozent aller neu angemeldeten Pkw haben demnach einen elektrischen oder einen teil-elektrischen Antrieb. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 42,4 Prozent.

Deutschland hingegen hat sich bislang meiner Meinung nach viel zu lang selbst gehemmt und eine Art Henne-Ei Problem vorgeschoben: Da es hierzulande bislang nur wenige „E-Tankstellen“ für Elektrofahrzeuge gibt, haben sich viele Neuwagenkäufer gegen ein solches Fahrzeug entschieden. Solange aber nur wenige Stromer über Deutschlands Straßen fahren, ist es auch für Unternehmen nicht wirtschaftlich, die Ladestationen in großer Zahl zu errichten. Langsam, so zumindest mein Gefühl, löst sich dieses Problem auf – auch dank besserer Akkuleistungen – und Elektrofahrzeuge kommen auch hierzulande in Fahrt. Vielleicht ist es das beschriebene Henne-Ei Problem, vielleicht sind es die politischen Rahmenbedingungen oder sogar wir, die Konsumenten, die das Thema jetzt erst so richtig auf dem Schirm haben. 

Klares Statement pro Verkehrswende

Nun aber zurück zu Norwegen, dort ist das Thema nämlich ziemlich prominent auf dem Schirm. Man fragt sich, wie kann es zu diesem Anstieg von knapp zwölf Prozent in nur einem Jahr kommen? Klar, die Technologien werden von Jahr zu Jahr besser – jedoch ist es wie bei so vielen Themen rund um den Klimawandel: Ein klares Statement von der Politik pro Verkehrswende hat die Technologie erst so richtig aus den Kinderschuhen gehoben. So hat Norwegen die E-Autos preislich durch Steuersenkungen gen Null im Markt im Vergleich zu Verbrennungsmotoren attraktiv gemacht. Auf den Kauf von Verbrennungsmotoren sind entsprechend auch weiterhin Steuern zu zahlen.

Zum Vergleich: In Deutschland beträgt der Marktanteil von E-Fahrzeugen rund 12,6 Prozent, so das Center of Automotive Management (CAM) im aktuellen Electromobility-Report.

https://auto-institut.de/e-mobility/

So, und ein letztes Mal Norwegen (weil es ein so schön positiver Abschluss ist): Es ist das erklärte Ziel, dass 2025 in dem skandinavischen Land ausschließlich E-Autos verkauft werden.

Text: Markus Sekulla