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Fünf Tipps für den Urlaub mit dem Elektro-Auto

E-Autos werden als Verkehrsmittel für die Fahrt in den Urlaub für immer mehr Menschen relevant: Laut einer repräsentativen GfK-Umfrage im Auftrag der Deutschen Automobil Treuhand können sich rund 41 Prozent der Deutschen generell vorstellen, damit in den Sommerurlaub zu fahren. Über die Landesgrenzen hinweg zu verreisen, „trauen“ sich hingegen nur 18 Prozent. Birgit Dreyer von der ERGO Reiseversicherung gibt Tipps, damit der Urlaub mit dem E-Auto reibungslos gelingt.

Tipp 1: Ladesäulen-Infrastruktur vorab checken

„Rund 71 Prozent aller Ladestationen in Europa verteilen sich auf nur fünf Länder“, so Birgit Dreyer. An der Spitze stehen mit großem Abstand die Niederlande mit rund 82.000 Ladestationen, darauf folgen Deutschland (47.076), Frankreich (45.990), das Vereinigte Königreich (33.832) und Norwegen (19.119)“. Weit abgeschlagen sind beliebte Sommerdestinationen wie Spanien mit 8.500 Ladestationen und Italien, wo rund 6.400 Stationen zur Verfügung stehen.

Einen weiteren Vorteil hat die Wahl eines skandinavischen Ziels: Elektro- und Wasserstoff-Fahrzeuge zahlen etwa in Norwegen deutlich weniger Maut, E-Camper über 3,5t sind vollständig von der Mautpflicht befreit.

In Italien versprechen lokale Anbieter zeitnah Besserung: So will der Energieversorger Enel X das Schnelllade-Netz an den italienischen Fernstraßen ausbauen. 14.000 Stationen sollen es bis Ende 2022 werden.

Tipp 2: Pausen vor Reisebeginn planen

Beim E-Auto empfiehlt es sich, Ladestopps bereits vor der Abfahrt zu definieren. „E-Autofahrer sollten sich hierbei auch nicht nur auf ihr Auto-Navi verlassen – Apps wie ‚A Better Routplanner‘, ‚Chargemap‘ oder ‚Moovility‘ sind speziell für Elektro-Autos konzipiert, bieten Routen- und Ladeplanung in einem und kennen häufig weit mehr Ladestationen als die Onboard-Navigation“, erläutert ERGO-Reiseexpertin Birgit Dreyer.

Wer eine weite Anreise hat, sollte zudem prüfen, ob es sich bei den ausgewählten Stationen um klassische Ladesäulen oder Schnellladesäulen handelt, damit sich die Fahrtzeit nicht erheblich verlängert. „E-Autofahrer sollten sich unbedingt darüber informieren, ob ihr Fahrzeug für die Schnellladung ausgestattet ist oder lediglich die technische Voraussetzung dafür besitzt und nachgerüstet werden muss“, ergänzt Birgit Dreyer. Für den Notfall sollte eine mobile Ladestation im Reisegepäck sein.

Tipp 3: Ladekarten-Anbieter vor Ort?

Vermutlich jeder E-Autofahrer kennt ihn: Den undurchsichtigen Ladekarten-Dschungel. Ob physische Karten oder App: Alleine in Deutschland gibt es rund 200 Anbieter – Tendenz steigend – und damit ebenso viele unterschiedliche Tarifoptionen für die Ladung. „Das Laden im Ausland ist teils deutlich günstiger als hierzulande“, konstatiert Birgit Dreyer. „Einige Ladekarten-Anbieter berechnen ihren Nutzern allerdings sogenannte 'Roaming-Gebühren‘ – ganz ähnlich wie bis vor einigen Jahren noch im Mobilfunknetz.“ In diesen Fällen sollten E-Autofahrer lieber zu ihrer Kreditkarte greifen und so die teuren Gebühren sparen.

Tipp 4: Stromversorgung vor Ort sichern

„Besonders in dörflichen Gebieten in Südeuropa ist das Stromnetz teilweise in die Jahre gekommen, fragil und kann bei Überlastung schnell zusammenbrechen“, sagt Birgit Dreyer. Besonderer Hinweis auch für die Tesla-Fahrer: Während europäische Tesla-Modelle problemlos an den Tesla-eigenen Superchargern oder einer klassischen Ladesäule im Ausland geladen werden können, gilt das nicht für selbst importierte US-Modelle, da dort ein komplett anderes Stecker- bzw. Anschlusssystem genutzt wird. 

Tipp 5: Hilfe bei einer Panne

„Alle großen E-Auto-Hersteller bieten eine Pannenhotline speziell für ihre Fahrzeuge an. Deren Spezialisten bringen dann je nach Lage teilweise sogar eine mobile Ladestation vorbei und laden die Batterie vor Ort wieder auf.“ Wer sich trotzdem auf den Weg in die nächste Werkstatt machen möchte, findet diese vornehmlich in größeren Städten und sollte sich unbedingt vorher deren Expertise über die Pannenhotline bestätigen lassen. Der Gang zum „Hinterhofschrauber“, der auf den ersten Blick die preisgünstigere Variante ist, kann sich schnell als Kostenfalle entpuppen und zieht im schlimmsten Fall sogar einen Garantieverlust nach sich.

Auf dem Blog der ERGO Reiseversicherung gibt es noch mehr Wissenswertes zum Thema Urlaub mit dem E-Auto:

https://ergo-reiseblog.de/reisevorbereitung/e-auto