Trends

Legal Techs: „Aber ich streite mich doch nie?“

„Das kann man doch alles friedlich klären.“ „Ich streite mich nie.“ „Ich google einfach, ob ich Recht habe.“ Diese Aussagen kommen, wenn man junge Menschen fragt, ob sie eine Rechtsschutzversicherung haben. „Wir haben weltweit Interviews mit einem jungen Kundensegment geführt und festgestellt, dass sich ein Großteil als friedlich und harmoniebedürftig einschätzt“, so Bessem Ayari, Referent im Bereich „Global LPI“ von ERGO, über ein konzernweites Rechtsschutzprojekt. Wenn’s dann doch mal zu Unstimmigkeiten kommt, greifen viele gerne auf die Angebote sogenannte Legal Techs zurück. 

Bei Legal Techs handelt es sich um Start-Ups, die sich mit der Automatisierung von juristischen Tätigkeiten befassen und die einzelne Services anbieten, wie zum Beispiel die rechtliche Prüfung von Dokumenten, Flugverspätungen oder Verkehrsverstößen. Hier hat sich ein eigenes Ökosystem gebildet mit Rechtsberatungen und –services. Auch ERGO kooperiert mit einigen dieser Anbieter. „Wir haben einen deutlichen Trend in Richtung Legal Techs gesehen und sind hier zeitnah einige spannende Partnerschaften eingegangen“, erklärt Simon Meier, Innovationscout bei ERGO.

Simon Meier, Innovationscout bei ERGO
Bessem Ayari, Referent bei ERGO Global LPI

JAASPER: Kann ich dadurch abgemahnt werden? 

JAASPER, ein Start-up mit Sitz in Wien, hat sich eines auf die Fahne geschrieben: „Prävention statt Eskalation“. Nach diesem Ansatz können Kund:innen, ihre Webseiten mittels innovativem Analyse-Tool in Bezug auf die Datenschutzkonformität prüfen lassen. Hierbei wird nicht nur geprüft, ob ein Impressum vorhanden ist oder nicht, sondern auch die Datenschutzerklärung mit den gesetzten Cookies abgeglichen. Zudem wird geprüft, ob alle vorgeschriebenen Inhalte vorhanden sind oder notwendige Klauseln fehlen. Dieser automatisierte Check erfolgt mittels künstlicher Intelligenz binnen Minuten. Somit erhalten Nutzer:innen Gewissheit zum Status der rechtlichen Sicherheit ihrer Webseite und bekommen mögliche Risiken, wie zum Beispiel das einer Abmahnung, rechtzeitig aufgezeigt.

MieterEngel: Kann ich wegen eines Hundewelpen aus meiner Wohnung gekündigt werden?

Das Berliner Start-up MieterEngel bietet einen schnellen digitalen Zugang zu rechtlicher Beratung bei Mietstreitigkeiten für Mieter:innen. Dies ermöglicht auch in Pandemiezeiten trotz Homeoffice, Home Schooling und Lockdown Rechtsberatung aus sicherem, virenfreien Abstand. Kund:innen schätzen die zeitsparende Möglichkeit der rechtlichen Unterstützung im hektischen Alltag. Die Antwort der Partner-Anwälte von MieterEngel erreicht Kund:innen auf Wunsch bequem auf dem Sofa – und zwar binnen 48 Stunden - wahlweise telefonisch zu einem vereinbarten Zeitpunkt oder schriftlich über das Portal. Für uns ist die Zusammenarbeit daher eine gute (digitale) Ergänzung unseres Beratungsangebots.

VULCOM: Kann ich gehackt werden?

VULCOM bietet in Österreich einen sogenannte „Cyber Quick Check“ für kleine und mittelständische Unternehmen an. Das Ziel ist hierbei die Cyberkonformität in minutenschnelle zu überprüfen und den Status der Cybersicherheit eines Unternehmens zu bestimmen. Viele Unternehmen sind sich nicht immer ihrer potentiellen Cyberbedrohungen bewusst, vor allem kleinere Unternehmen nicht. Bei Cyberangriffen geht es Hackern oft nicht um die Größe des Unternehmens oder wie wohlhabend es ist. Vielmehr verfahren die Angreifer nach dem Prinzip „Sicherheitslücken erkennen und angreifen“. Dieses Bewusstsein möchten wir bei unseren Kunden stärken, um künftig Risiken aus dem Cyberraum rechtzeitig zu minimieren.

Text: Amelie Merten