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Die Zukunft von mobilen Apps

Heutzutage ist uns die Technik näher als je zuvor, schreibt //next Autorin Alexandra Buszko in ihrem zweiten Artikel über mobile Apps. Besonders faszinierend findet sie die Tatsache, dass wir Apps in der Regel auch ohne großes technisches Wissen nutzen können. Mehr noch: Inzwischen kann nahezu jeder seine eigene Anwendung entwickeln. 

Von Alexandra Buszko, Digital Product Owner bei ERGO Technology & Services

In meinem ersten Artikel habe ich mich auf die Geschichte von mobilen Apps konzentriert und einige interessante Fakten über den Markt vorgestellt. Mit diesem Artikel möchte ich mich auf die technischen Aspekte und die Zukunft der Apps konzentrieren. 

App ohne Programmier-Kenntnisse?

Es gibt viele Lösungen auf dem Markt, bei denen man eine App sogar ohne Programmier-Kenntnisse erstellen kann, zum Beispiel mit Hilfe von Web-to-App-Konvertern. Für diejenigen, die keine Ahnung vom Programmieren haben, empfehle ich, Drag & Drop-Lösungen auszuprobieren, bei denen man mit ein paar Klicks seine eigene App zusammenbauen kann. Wenn Sie technisch versiert sind, können Sie Zeit sparen und dank der Sprachen „Flutter“ oder „React Native“ Apps für die Plattformen iOS und Android auf einmal schreiben. Und zu guter Letzt können Sie ein Team mit erfahrenen Entwicklern zusammenstellen, die für jede der Plattformen eine eigene App entwickeln.

Vorteile von nativer App-Entwicklung

Bei ERGO legen wir Wert auf Qualität, deshalb haben wir uns dafür entschieden, unsere Apps nativ zu entwickeln. Laut Piotr Jeremicz, iOS-Entwickler, gibt es keine bessere Lösung als die native Programmierung: „Ich würde plattformübergreifende Programmierung nur dann empfehlen, wenn es um kleine, kurzfristige Projekte geht, sogenannte POCs. Bei langfristigen Projekten, bei denen wir Updates und Verbesserungen planen, sind solche Sprachen nicht die beste Lösung. In der Regel werden sie von der Community gepflegt und entwickelt, daher dauert es einige Zeit, bis sie Änderungen auf der Plattform abdecken (zum Beispiel die Einführung einer neuen iOS-Version oder Gesichtserkennung). Bei nativen Programmiersprachen hingegen wird dies vom Softwarehersteller erledigt. Die Entwicklung durch die Community kann mit Fehlern verbunden sein – es ist eine doppelte Überprüfung auf der Entwicklerseite erforderlich und es muss auf Updates gewartet werden, falls erforderlich. Zudem erfordert plattformübergreifende Programmierung sowohl iOS- als auch Android-Kenntnisse, der Entwickler muss mit den Umgebungen vertraut sein, in denen er die Lösung erstellt. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die plattformübergreifende Programmierung zwar auf den ersten Blick schneller zu sein scheint, am Ende aber zu höheren Kosten führt. Das liegt daran, dass plattformübergreifende Projekte schwieriger zu pflegen sind, es gibt viele Abhängigkeiten und Änderungen sind dynamischer."

Mobile Apps und IoT

Mobile Apps entwickeln sich ständig weiter. Trends und Technologie sind der Hauptantrieb für die Entwicklung mobiler Apps. Einer der allgegenwärtigsten Begriffe, der uns längst nicht mehr fremd ist, ist IoT. Das Internet der Dinge hat die Mobile-App-Branche bereits verändert und es ist definitiv noch Platz für mehr. Der IoT-Markt wird bis 2023 auf 1,1 Billionen US-Dollar geschätzt und erstreckt sich in viele Richtungen, wie Haushaltsgeräte, Wearables, intelligente Autos, Spielzeug und vieles mehr. Mobile Apps dienen als Frontend für den Endanwender, über die er die von anderen Geräten angebotenen Funktionalitäten steuert. IoT- und Cloud-fähige mobile Apps werden aufgrund ihrer Fähigkeit, mit redundanten Daten umzugehen und mehrere Geräte in Echtzeit zu verbinden, ein wichtiger Trend werden. In Zukunft werden Apps mit dem Benutzer sprechen müssen, so wie es die auf IoT basierenden Geräte heute schon tun. Die Fähigkeit, viele Teile/Dinge mit APIs zu verbinden, wird der Schlüssel für die Entwicklung mobiler Apps sein. 

KI, AR und VR

Andere Trends, die es zu verfolgen lohnt, sind: KI, AR, VR. Künstliche Intelligenz (AI), die Spracherkennung, natürliche Sprachverarbeitung und maschinelles Lernen nutzt, kann dem Nutzer das gewünschte Erlebnis bieten - das Nutzerverhalten analysieren und die App mit ihren Funktionen entsprechend anpassen. Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) sind Teil der Revolution im Bereich Gaming & Entertainment - wer von uns hat noch nicht von Pokemon Go gehört?

Lokalisierungstechnologie

Last but not least gewinnt die Beacon-Technologie an Popularität. Zusammen mit IoT kann die Beacon-Technologie eine echte Revolution im Gesundheitswesen, in Museen, im Gastgewerbe, in der Spieleindustrie (wieder mehr Spiele…) und im Einzelhandel bewirken. Beacons bieten extreme Vorteile in der Lokalisierungstechnologie und im App-Marketing. Die Technologie kann helfen, Unternehmen mit ihren Kunden zu verbinden. Lange Rede kurzer Sinn: Wenn der Kunde eine Beacon-betriebene mobile App auf dem Gerät hat, wird die App, sobald er die Zone des Beacons betritt, das Signal erhalten und dementsprechend auf dem Handy angepasste Benachrichtigungen anzeigen.

Schlagwort der Zukunft: „Multi-Experience“

Kunden, die der Hauptantrieb für jede Branche sind, wollten schon immer mehr, und neue App-Technologien können ihnen das leicht bieten. Laut Gartner ist das Schlagwort für die mobile App-Branche der Zukunft „Multi-Experience“. Wir können davon ausgehen, dass die App-Entwicklung in Zukunft ganz anders als die heutige Technologie aussehen wird. Mobile Apps sterben nicht, sie treten mit größerer Wirkung auf als je zuvor. Es entstehen Apps mit einer neuen Denkweise und einer revolutionären Vision für die Zukunft.

An dieser Stelle möchte ich das letzte Wort dem größten mobilen Visionär unserer Zeit überlassen, der die Trends besser zusammenfasst, als alles andere. Der Werbespot stammt zwar aus dem Jahr 2009, ist aber immer noch hochaktuell:

iPhone 3g Commercial "There's An App For That" 2009

   

Die Autorin 

Aleksandra Buszko ist Digital Product Owner bei ERGO Technology & Services. Seit fast drei Jahren arbeitet sie in Projekten im Bereich Mobile Apps, zunächst als Analystin, jetzt als Product Ownerin. Gemeinsam mit dem Team arbeitet sie an verschiedenen Apps aus dem ERGO Portfolio. Derzeit widmet Aleksandra die meiste Zeit der Entwicklung einer brandneuen IoT-App, die bald gelauncht werden soll.