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Sascha Pallenberg: Tipps für ein nachhaltigeres Leben

Die Welt eine kleine Idee nachhaltiger gestalten, Energie sparen und weniger Ressourcen verbrauchen: Im dritten und letzten Teil unserer Technologie trifft Nachhaltigkeit-Reihe mit Digitalexperte Sascha Pallenberg hat unser Kolumnist Markus Sekulla einige Tipps für ein nachhaltigeres Leben mit auf den Weg bekommen, welche schnell einen Beitrag zum Kampf gegen die Klimakrise leisten können. 

Sascha Pallenberg Sascha Pallenberg

Hi Sascha, in den letzten beiden Teilen haben wir viel über technische und digitale Trends gesprochen, die im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit stehen. Wie wichtig das Thema ist, zeigen uns nicht zuletzt die vielen Naturkatastrophen, die in diesem Sommer die Schlagzeilen dominieren. Viele Menschen würden gerne noch mehr für den Klima- und Naturschutz tun. Hast du ein paar Tipps für uns, wie wir da schnell einen Unterschied machen können?

Das werde ich in der Tat häufig gefragt. Beim Kauf der neusten Technik Geräte im Haushalt kann man schon mal eine ganze Menge Strom und damit CO2 Einsparen. Dabei ist aber natürlich darauf zu achten, dass man nicht jedes Jahr neue Geräte kauft, sondern immer dann, wenn man es tut, die zu dem Zeitpunkt energieeffizientesten Geräte in Betracht zieht.

Smarte Assistenten wie Alexa oder Google Home können einiges an Strom sparen. Bei mir regeln sie die Thermostate an der Klimaanlage, den Energieverbrauch am Kühlschrank und schalten das Licht energieeffizient ein und aus. Smart Home Setups sind auch nicht mehr besonders teuer. Für rund 200 Euro kann man sich mit einem Smartphone und einem Dutzend smarter LEDs etwas aufbauen. Dazu noch Bewegungssensoren, die automatische das Licht an- und ausschalten. Da spielt das Gesetz der großen Zahlen eine Rolle. Wenn man sich überlegt, dass man fünf oder zehn Jahre lang täglich ein wenig spart, dann macht man über die Zeit einen riesengroßen Unterschied 

Für Leute, die Fläche zur Verfügung haben, ist es immer noch sinnvoll sich eine Solaranlage anzulegen. Damit kann geregelt werden, dass der Großteil des Energieverbrauch dann stattfindet, wenn auch Strom generiert wird. So können an Sonnentagen große Vorgänge, wie das Laden eines E-Autos oder das Wäschewaschen durchgeführt werden. Wenn man da ein wenig flexibel ist, kann man einiges sparen. So als Digitalmensch ist es auch wichtig, dass die ganzen Kaffees an dem Tag auch zu Sonnenstunden aufgebrüht werden.

Weniger ist mehr

Im Bereich Computer, Tablets und Smartphones sollte man sich eigentlich so wenige Produkte wie möglich kaufen. Am besten also von Herstellern, die ihre Geräte lange mit Software-Updates versorgen. Da muss ich heute sagen, dass Apple mit iOS da die Nase vorn hat. Bei Android als Plattform ist man oft schon nach drei Jahren am Ende der Updatemöglichkeiten. 

Meiner Meinung nach gibt es bei Smartphones auch keine großartigen evolutionären Schritte mehr. Klar, die Kamera wird noch mal wieder fünf Prozent besser im nächsten Jahr, aber das rechtfertigt den ganzen Elektroschrott nicht, den man nach einigen Jahren produzieren würde.  

Nicht wirklich technisch, aber auch mit Apps zu regeln, ist der Trend zum Wieder- und Weiterverwerten von Dingen. Zum Beispiel eBay Kleinanzeigen oder Kleiderkreisel sind in Deutschland super Apps für Second Hand Artikel aller Art. Und Second Hand ist das Nachhaltigste was es gibt. Und natürlich sollten wir uns alle fragen, ob wir wirklich neue Dingen kaufen sollten, die für ganz wenig Geld angeboten werden. T-Shirts oder Fleisch für drei Euro können einfach nicht nachhaltig produziert werden. Auf bessere Qualität zu achten, bei allem was man kauft, ist also ein wichtiger Tipp. 

Und last but not least: Informiert euch! Es gibt so viele gute Portale, auf denen man Informationen findet, wie man als einzelne Person etwas tun kann. Hier kann ich euch: https://www.overshootday.org/ empfehlen oder ihr macht auf https://www.footprintcalculator.org/ einen Selbsttest. Da gibt es eine Menge zu lernen und anzuwenden.

Vielen Dank, Sascha!