Trends

Das steckt hinter NFTs

Sie werden aktuell sehr gehypt und geben digitalen Besitztümern eine ganz neue Bedeutung: NFTs. Was steckt hinter den digitalen Zertifikaten? Welche Vor- und Nachteile gibt es? Und wie wichtig werden sie beim künftigen Vermögensaufbau? Ein Überblick.

Photo by SIMON LEE on Unsplash

Was sind NFTs?

NFT ist die Abkürzung für „Non-fungible Token“ – was frei übersetzt „nicht ersetzbare Wertmarke“ bedeutet. Gemeint sind damit digitale Zertifikate, die die Echtheit einer digitalen Datei verdeutlichen und gleichzeitig deren Nutzungsrechte sind. Diese einzigartige digitale Besitzurkunde belegt also klar, wer der Besitzer einer digitalen Originaldatei ist. Diese Datei kann ein Foto, ein Video oder eine Audioaufnahme sein.

Gespeichert sind NFTs auf einer Blockchain, also einer Datenbank, die aus verschiedenen Datenblöcken zusammengesetzt ist. Diese Datenblöcke beinhalten sämtliche Trans-aktionen, die auf der jeweiligen Blockchain getätigt wurden. In der Blockchain ist somit klar hinterlegt, dass die Originaldatei dem User gehört, der das NFT erstellt oder auf einem Marktplatz erworben hat. „Die Herkunft eines digitalen Bildes ist damit über die Blockchain identifizierbar und rechtlich gesichert“, erklärt Daniel Diemers, NFT-Experte und Mitgründer des Startups SNGLR Group, das sich auf exponentielle Technologien spezialisiert hat.

Photo by Mika Baumeister on Unsplash

„Juristisch sind NFTs sehr einfach als Wertsache zu deklarieren“, so Diemers, der ergänzt: „Die Blockchain-Gesetze sind mittlerweile sehr stabil. Zur Not kann man sein Eigentum vor Gericht einklagen.“ Das NFT dieser Datei gehört nur der Person, die das NFT erworben hat und den Schlüssel dazu besitzt.

„Auf den ersten Blick mag der Kauf eines digitalen Fotos verrückt erscheinen, denn schließlich kann jeder das Bild einfach kopieren, herunterladen und somit besitzen“, sagt Victor Thoma vom ERGO Innovation Lab. Einen guten Vergleich biete das Beispiel der Mona Lisa. „Sie können auch ein Foto von der Mona Lisa mit Ihrem Telefon machen, aber Sie würden nicht den Besitz der Mona Lisa für sich beanspruchen“, so Thoma. „Wir alle vertrauen einfach darauf, dass der Louvre die echte Mona Lisa besitzt.“ In der digitalen Welt ist also die Blockchain der Louvre.

„Juristisch sind NFTs sehr einfach als Wertsache zu deklarieren“, so Diemers, der ergänzt: „Die Blockchain-Gesetze sind mittlerweile sehr stabil. Zur Not kann man sein Eigentum vor Gericht einklagen.“ Das NFT dieser Datei gehört nur der Person, die das NFT erworben hat und den Schlüssel dazu besitzt.

 

„Auf den ersten Blick mag der Kauf eines digitalen Fotos verrückt erscheinen, denn schließlich kann jeder das Bild einfach kopieren, herunterladen und somit besitzen“, sagt Victor Thoma vom ERGO Innovation Lab. Einen guten Vergleich bietet das Beispiel der Mona Lisa. „Sie können auch ein Foto von der Mona Lisa mit Ihrem Telefon machen, aber Sie würden nicht den Besitz der Mona Lisa für sich beanspruchen“, so Thoma. „Wir alle vertrauen einfach darauf, dass der Louvre die echte Mona Lisa besitzt.“ In der digitalen Welt ist also die Blockchain der Louvre.

Wofür und für wen eignen sich NFTs?

In erster Linie sind NFTs sinnvoll für digitale Dateien, von denen es nur eine oder wenige gibt. Dazu gehören Krypto-Kunstwerke und virtuelle Gebiete in virtuellen Welten genauso wie digitale Sammelkarten oder Spielecharaktere. Aber auch andere Dokumente wie Personalausweise oder Impfpässe oder elektronische Rezepte könnten über die Blockchain gespeichert werden.

„Mittlerweile sind auch etablierte Künstler und Marken im NFT-Geschäft“, sagt Experte Daniel Diemers. NFTs sind dabei auch im Kontext vom Metaverse zu sehen. „Sie haben einen Metaverse-übergreifenden Standard geschaffen, der sicher vor Hackern ist. Ohne NFTs würde es das Metaverse schwer haben“, so Diemers. Besonders für die Digital Natives werden NFTs attraktiv sein, glaubt der Digitalexperte. „Sie leben digital und wollen dann auch im Digitalen investieren oder Dinge besitzen.“

Andreas Aschenbrenner, Managing Director Wonder Consulting, erläutert weitere Nutzungsmöglichkeiten von NFTs: „Wir haben alle einzigartige Eigenschaften, die von Zeit zu Zeit wichtig bei Nachweisen oder Registrierungen sind – vom Aussehen bis hin zu unseren Bildungsabschlüssen und medizinischen Vorgeschichten“, so Aschenbrenner. „Mithilfe von NFTs ist es möglich, diese Identität individuell zu tokenisieren und nur die Daten mit bestimmten Einrichtungen zu teilen, die gerade benötigt werden um eine gute Privatsphäre zu erreichen.“ Menschen könnten so die Kontrolle über ihre Daten sicherstellen, meint der Blockchain-Experte. „Eine Legitimation bei einer Versicherung, Universität oder beim Arzt könnte so deutlich einfacher und schneller von statten gehen."

Was sind berühmte NFTs?

Twitter-Gründer Jack Dorsey hat rund 2,5 Millionen Euro für das NFT seines ersten Tweets erhalten. Der Erfinder des Internets, Tim Berners-Lee, hat circa fünf Millionen Euro für das NFT des Original-Quellcodes des World Wide Web bekommen. Der US-Künstler Mike Winkelmann, genannt Beeple, hat eine Collage aus 5.000 Bildern erstellt, die er seit 2007 auf der Plattform Tumblr täglich postete. Aus dieser Collage erstellte er auch ein NFT. Das Werk wurde für über 69 Millionen US-Dollar verkauft und gilt als das teuerste NFT-Kunstwerk überhaupt. „NFTs haben zwar einen gewissen Hype erfahren, aber sie werden künftig noch wichtiger werden“, sagt Vladan Falcic, NFT-Experte und Co-Founder von Squares Capital.

Welche Vor- und Nachteile haben NFTs?

Der Vorteil von NFTs: Sie sind sehr fälschungssicher. Denn was in der Blockchain erst mal eingetragen ist, kann nicht mehr verändert oder gelöscht werden. Das bringt künftig auch Potentiale für andere Dokumente. So müssten Zeugnisse oder Urkunden möglicherweise bald nicht mehr beglaubigt werden, wenn es dafür entsprechende NFTs gäbe. „NFTs sind gut nachverfolgbar und selbst wenn der Server ausfällt, wird ein NFT nicht einfach verschwinden“, erklärt NFT-Experte Vladan Falcic und ergänzt: „Es lässt sich immer klar sagen, wer eine Kopie eines Bildes hat und wer das Original hält.“ Hinzu kommt: NFTs können sehr individuell und maßgeschneidert sein.

Die Nachteile von NFTs: Bei NFTs gibt es noch größere technische Hürden, als bei Bitcoin. „Man kann sie nicht einfach in einer Bank ordern, sondern muss dafür entsprechende Online-Plattformen nutzen, die Vorkenntnisse im Kryptobereich erfordern“, erklärt Daniel Diemers.

Außerdem verbrauchen sie sehr viel Energie, weil immer mehr Rechenleistung für die Erstellung notwendig wird. Die Universität Cambridge hat in einer Untersuchung den Strombedarf des Bitcoin-Netzwerks untersucht. Der Stromverbrauch beträgt pro Jahr etwa 125 Terrawattstunden. Das ist circa ein Viertel des Stromverbrauchs pro Jahr in Deutschland. Künftig soll es aber umweltfreundlichere und nachhaltigere Verfahren geben, um Kryptowährungen zu erzeugen.

Welche Rolle können NFTs beim Vermögensaufbau spielen?

Einige Unternehmen werden neue Marktplätze kreieren und maßgeschneiderte NFTs schaffen, die physische Eigentumsrechte beispielsweise für Häuser und Autos ersetzen. Zum Teil passiert das schon. Die Tatsache, dass NFTs noch nicht reguliert sind, macht es einfacher, solche Geschäftsmodelle aufzubauen. „Grundsätzlich sind NFTs aber Hochrisiko-Investments“, sagt Experte Daniel Diemers. „Wer Geld ansparen möchte, um mal ein Haus zu kaufen, der sollte nicht unbedingt in NFTs investieren. Wer Geld übrig hat und gerne spekulieren möchte, kann es sicherlich ausprobieren.“ Für Diemers ist klar, dass NFTs dann besonders relevant werden, wenn das Metaverse relevant wird. „Wenn man sich digitales Land und entsprechende Gebäude im Metaverse kauft, braucht man NFTs.“

Doch nicht nur der Erwerb von NFTs kann attraktiv sein, sie können auch verliehen werden. So könnte man kontinuierlich mit ihnen Geld verdienen. „Beispielsweise können NFTs für eine Reiseversicherung anderen zur Verfügung gestellt werden, wenn man sie gerade selbst nicht nutzt“, erklärt Florian Jersch, ERGO Vertriebspartner und NFT-Experte. „So kann ich das NFT gegen eine Gebühr jemanden verleihen, der es gerade benötigt.“

Text: Benjamin Esche