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„Cash“: Über Geld spricht man doch!

Ein subjektiver Erfahrungsbericht zur re:publica 2023

Die re:publica bringt jedes Jahr Menschen nach Berlin, die sich mit Themen im digitalen, politischen und sozialen Dreieck befassen. Die Verschlankung im Vergleich zum letzten Jahr hat dem Festival gut getan, meint //next-Kolumnist Markus Sekulla, der die #RP23 besucht hat. 

Eröffnung der re:publica 2023 Eröffnung der re:publica 2023

Ach ja, die re:publica. Ein Fest der Nostalgie und der Zukunftsvision zugleich. Nostalgie aufgrund der vielen bekannten Gesichter, die man dort seit mehr als zehn Jahren trifft, Zukunftsvision aufgrund der innovativen Themen, die auf den Sessions besprochen werden. Vielleicht ist es gerade diese Mischung, die die RP so besonders macht. 


Alle wollten über Künstliche Intelligenz sprechen

Fangen wir mit dem innovativen Teil an. Eine tief verwurzelte deutsche Regel lautet: Über Geld spricht man nicht. Daher war das diesjährige Motto „Cash“ schlau gewählt. Die Vielschichtigkeit des Themas ließ Diskussionen auf der Micro- und der Macroebene zu. Aufgegangen ist der Plan allerdings nur so halb, weil trotzdem alle über das zurzeit allgegenwärtige Thema Künstliche Intelligenz reden wollten.

Um die Gesprächsrichtung direkt aufs Geld zu lenken, kam der Mann, der in Deutschland für das Thema Geld steht wie kein zweiter, am ersten Tag gleich nach der Eröffnung auf die Bühne: Bundesfinanzminister Christian Lindner. Die Fragen hätten in meinen Augen noch etwas kritischer sein können, aber seht selbst: 

www.youtube.com/watch?v=KvOOIFAWazc

Auch die ERGO als Partner hatte sich für ihre Session das Thema Geld ausgesucht: finanzielle Unabhängigkeit von Frauen. Nakeema Stefflbauer und Daria Suvorova beleuchteten das Thema aus vielen Blickwinkeln. Sobald das Video der Session auf dem Youtube Kanal der re:publica veröffentlicht wird, werden wir es hier noch einmal verlinken.

Aber am meisten hat mich – wie eigentlich immer – Maja Göpel beeindruckt. Sie sprach darüber, wie in komplexen Systemen Werte bemessen werden: „Produkte, Mengen, Summen: alles was angehäuft werden kann, ist wertvoll. Was aber, wenn unsere Wirklichkeit geprägt ist von Prozessen und Beziehungen, die weniger sichtbar aber mindestens so kraftvoll im Hintergrund wirken?“

Nakeema Stefflbauer und Daria Suvorova bei der #RP23 Nakeema Stefflbauer und Daria Suvorova bei der #RP23

Das große Klassentreffen?

Und nun zum nostalgischen Teil: Viele aus meiner Digitalbubble fahren seit mehr als zehn Jahren zur re:publica. Für uns war und ist es das Netzwerk-Event des Jahres, wenn es um Austausch, neue Ideen und #Flausch geht.

Und auch, wenn das Festival in diesem Jahr etwas kleiner war als 2022: Eine Alternative sehe ich nicht. Die OMR geht in eine ganz andere Richtung, international kommt der Web Summit dem Event noch am nächsten. Und so fahre ich wohl auch nächstes Jahr wieder nach Berlin. Der Zeitraum steht schon fest: Die #RP24 wird vom 27. bis 29. Mai 2024 stattfinden.

Um ein Gefühl davon zu vermitteln, wie es bei der re:publica in diesem Jahr war, habe ich eine Matrix aus typischen Zitaten erstellt:

Das Rahmenprogramm

Wie immer war auch neben Networking und Sessions viel Spannendes zu entdecken. Beliebtestes Fotomotiv war – wie eigentlich immer – die Maus. Dieses Mal aber dicht gefolgt von einer Stickerwall, auf der Besucher und Besucherinnen Geldfragen mit Post-its beantworten konnten. Mein kreativer Favorit war eine Antwort auf die Frage: „Was sollte aus dem Sortiment genommen werden?“ Wer auch immer darauf „5 Minuten Terrine“ geschrieben hat, ich lieb‘s!

Mein persönliches Highlight war neben den vielen großartigen Gesprächen die Kunstinstallation „Slotmachine“ von Ulrich Forman in Form einer Flughafen Abflugtafel. Diese zeigte Ghost Flights, also Leerflüge, die in Echtzeit von Fluggesellschaften durchgeführt werden, nur um keine Start- bzw. Landeslots zu verlieren, was ökologisch gesehen eine Katastrophe ist.

Tl;dr

Nothing really matters, anyone can see

Nothing really matters

Nothing really matters to me

Any way the wind blows

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