Cybersecurity

Zum „K-Einbruch“-Tag: Ist das smarte Home einbruchsicher(er)?

Immer am Tag der Zeitumstellung, wenn die mitteleuropäische Sommerzeit endet – in diesem Jahr am 31. Oktober – findet der Tag des Einbruchschutzes statt. Lasst uns die zusätzliche Stunde nutzen, um uns über Einbruchschutz zu informieren und die Sicherheitsempfehlungen der Polizei in unserem Alltag zu übernehmen! Inwieweit auch Smart-Home-Lösungen dabei helfen können, verrät //next-Kolumnist Markus Sekulla.

Smart Home als Schutz gegen Einbrecher?

Alle Geräte miteinander vernetzen – das ist das Smart Home der Zukunft. Viele von uns kennen Anwendungen, die die Heizung schon einschalten, wenn man sich vom Büro auf dem Weg nach Hause macht. Oder den Kühlschrank, der sich direkt die leere Milch nachbestellt. Aber mal ehrlich: Wie viele von uns nutzen diese Möglichkeiten wirklich schon aktiv?

Auf der anderen Seite drohen versteckte Gefahren durch solche smarten Geräten: Eine seit zwei Tagen unbenutzte Bluetooth-Zahnbürste etwa könnte Einbrechern mit Hacker-Kenntnissen ein Indiz dafür geben, dass niemand zuhause ist. Dies hat jedoch noch Seltenheitswert.

Tatsächlich sind smarte Lösungen eher erfolgreich gegen Einbrecher. Denn auch wenn niemand zuhause ist, kann Technik es den Kriminellen sehr schwer machen. Doch es ist gar nicht so einfach, die Industrie zu überblicken, da neben klassischen Sicherheitsherstellern wie Abus oder Burg auch Lösungen von Start-ups wie Ring oder Big-Tech-Unternehmen wie Google oder Amazon existieren. Sich umfassend zu informieren, kostet scheinbar ähnlich viel Zeit, wie wenn man sich ein neues Auto kaufen möchte. Selbst Stiftung Warentest hat Smarte Sicherheitssysteme letztmalig 2018 getestet. Angesichts des üblichen Tempos in der Branche gleicht das einem Steinzeittest. 

Abschreckung und Aufzeichnung

Worauf es im Smart Home ankommt, ist schnell umrissen: Abschreckung und Aufzeichnung. Hier ein Beispiel für smarte und moderne Einbruchserkennung:

Ein außen am Haus angebrachter Bewegungsmelder erkennt Lebewesen in einer Entfernung von bis zu zehn Metern und in einem Winkel von bis zu 180 Grad. Wagt sich ein potenzieller Einbrecher auf das Grundstück, wird automatisch das Licht im Haus angeknipst. Das ist die erste Abschreckungsmaßnahme, die meist schon sehr effektiv ist. Die Hausbesitzer bekommen parallel eine Nachricht aufs Smartphone mit Bildern von der Überwachungskamera.

Einige Einbrecher lassen sich davon aber nicht abschrecken, weil sie wissen, dass niemand im Haus ist. Schließlich kundschaften sie ihre Opfer meist schon im Vorfeld aus. Doch sie müssen ja erstmal ins Haus kommen. Hier können Sensoren Fenster- und Türbewegungen erkennen und Alarm schlagen. Über Apps werden Besitzer auch hier sofort über den Einbruch informiert. Das gilt dann schnell auch für die Polizei.

Eine weitere Säule im Smart Home sind Kameras. Diese erkennen unterschiedliche Lebewesen und unterscheiden auch zwischen toten Objekten wie Autos und lebendigen wie Mensch oder Haustier. Der Nutzer kann das Video-Material abrufen und es bei Verdacht der Polizei bereitstellen. Selbst die Gesichtserkennung via etwa Google Home kann oft auch sagen, wer sich im Haus befindet oder vor der Tür steht.  Das gilt natürlich eher für unmaskierte Einbrecher. Eine Bildersuche via Google Images wäre hier natürlich das I-Tüpfelchen.

Für die ganz Fortschrittlichen unter uns kann sicher auch ein smartes Haustier für die Abschreckung von Einbrechern helfen: Lautes Bellen und die nötigen Filmaufnahmen sollten für einen Roboter-Hund kein Problem sein. Da muss man allerdings hoffen, dass er nicht einfach eingepackt wird, weil er das Teuerste ist, was sich im Haus befindet.
 

Tl;dr

Abschrecken, aufzeichnen – und: sich informieren. Das sind meine Top-3-Empfehlungen. Sich mit dem Thema Einbruch zu beschäftigen und die nötigen Vorkehrungen zu treffen, ist alles andere als Zeitverschwendung. Heute helfen uns smarte Technologien dabei, Einbrecher schon abzuschrecken, bevor der Wohnraum überhaupt betreten wird. Und ihre Taten aufzuzeichnen, falls sie ihn doch beteten sollten. Wollen wir hoffen, dass so die Einbruchzahlen in den kommenden Jahren noch weiter sinken werden.

Text: Markus Sekulla